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Donnerstag, 11. Juli 2013

Rezension - "Das Leben ist kein Kindergeburtstag" (Daniela Nagel)

Bei einer Lovelybooks-Verlosung habe ich das genannte Buch von Daniela Nagel gewonnen – und um ehrlich zu sein: anders wäre ich wohl nicht in den Genuss dieser Lektüre gekommen. Diese „typischen“ Frauenbuch-Cover schrecken mich in der Regel eher ab.

Klappentext:

Storch lass nach! Das Mamiversum schlägt zurück.

Die junge Lektorin Alice plant einen Ratgeber für coole Mütter. Dumm nur, dass sie von Kindern nicht den blassesten Schimmer hat! Ihre Nachbarin Eve, Mutter von Drillingen, ist für Alice das Paradebeispiel für alles, was uncool ist – gestresst, chaotisch, unorganisiert. Doch Eve ist die Einzige, die Alice zu Recherchezwecken ausquetschen könnte. Also schließen die beiden Frauen einen Pakt: Eve führt Alice in die unbekannte Mütterwelt, das Mamiversum, ein, im Gegenzug coacht Alice ihre Nachbarin in Sachen Lebensglück.
Das Happy End könnte für beide in greifbare Nähe rücken …doch irgendwas ist ja immer!


Mein Eindruck: 

Das Buch ist nicht in Kapitel, sondern vielmehr in drehbuchähnliche, kurze Szenen unterteilt – was mir sehr gefallen hat. Die Szenen sind abwechselnd aus Alices und Eves Perspektive geschrieben.

Wir haben es hier mit zwei Frauen zu tun, die unterschiedlicher nicht sein könnten – und im Grunde zwei Lager darstellen: zum einen „die Mütter“ und zum anderen „die kinderlosen Karrierefrauen“.
Alice, die kinderlose Karrierefrau, ist mir natürlich von Anfang an ein Dorn im Auge, weil ich selbst Mutter bin. Man solidarisiert sich zwangsläufig mit einer der Protagonistinnen – vielleicht auch ohne es zu wollen.
Doch ich werde im Laufe des Buches immer milder gestimmt, was Alice betrifft. Mal ehrlich: waren wir VOR den Kindern nicht auch so naiv und wissen es nur nicht mehr? Das arme Ding will doch nur helfen.

Die Geschichte nimmt ihren Lauf, die beiden lernen sich näher kennen und dringen immer mehr in das Leben der anderen ein. Ihre Erlebnisse sind teils herrlich komisch und realitätsnah, teils sehr emotional – und zwischendurch leider auch etwas unrealistisch mit Tendenz zum Kitsch.

Die Protagonistinnen sind mir sehr ans Herz gewachsen – die anderen Figuren waren mir etwas zu stereotyp: der gutaussehende, rationale Arzt…das Schwieger-Monster und ihr höriger Mann, die Alice-Schwarzer-Mutter,…

Leider finden wir auch unlogische Passagen. Gestört hat mich z.B. die Wiedergeburt von Video und Diskette.           
                                                            
Aber: trotz der genannten Kritikpunkte hatte ich eine sehr gute Zeit mit dem Buch! Es hat mich zum Lachen, aber auch fast zum Weinen gebracht. Stellenweise kam mir der Gedanke, dass diese Lektüre auch ein echter Lebensratgeber und Mutmacher für Mütter darstellt, die sich selbst aus dem Blickfeld verloren haben und an ihrer Kommunikation arbeiten sollten.

Es wird auch klar, dass Feminismus nicht immer was mit der Arbeitsstelle/ Berufstätigkeit oder der Einschätzung anderer, sondern mit der eigenen Einstellung zu tun hat. Lebe ich leidenschaftlich? Wie kann ich meine Situation ändern, wenn ich unglücklich bin?

Mein Fazit:

Ich habe (zu meiner Erleichterung) ein Vielfaches mehr an Ernsthaftigkeit in diesem Buch gefunden, als ich erwartet hatte. Das Leben als Mutter kann eben hart sein und Tränen bleiben nicht aus.
Manchmal kann ich meine eigene "Alice" sein, eine, die sich selbst aus dem Mist zieht...aber es gibt auch Zeiten, in denen ich andere "Alices" brauche - Alices, die mich aufpeppeln und mir helfen, den Blick wieder auf persönlichen Ziele und Bedürfnisse zu richten.

Dieses Buch hat mich auf jeden Fall darin bestärkt, mich selbst wieder ernster zu nehmen – ohne dabei meinen Sarkasmus zu verlieren!

Donnerstag, 27. Juni 2013

Rezension - "Das Meer in deinem Namen" (Patricia Koelle)

Eine Freundin hat mich auf die Leserunde bei Lovelybooks zu „Das Meer in deinem Namen“ aufmerksam gemacht, da mich Geschichten rund um Familiengeheimnisse faszinieren. Daraufhin habe ich   mein Glück versucht - und tatsächlich ein Rezensionsexemplar gewonnen.

Klappentext:
Carly wächst bei ihrer kauzigen Tante Alissa auf. Niemand redet darüber, wie ihre Eltern ums Leben kamen. Der Tod ist in Familiengesprächen ebenso tabu wie alles, was mit dem Meer zusammenhängt. Gerade nach dem Meer aber sehnt sich Carly ihre ganze Kindheit hindurch.
Nun ist Carly erwachsen und arbeitslos. Ausgerechnet ihr Ex-Chef, in den sie verliebt ist, macht ihr ein Angebot. Sie soll ein altes Haus an der Ostsee für den Verkauf vorbereiten. Vier Sommerwochen hat sie dafür Zeit. Das ist Carlys Chance, heimlich ihrer Sehnsucht zu folgen, sich ihrer Angst und ihren verschwommenen Erinnerungen zu stellen und Abstand von ihrer unmöglichen Liebe zu gewinnen.
Doch kaum angekommen, stellt sie fest, dass auch dort ein Mann spurlos verschwunden ist. Und nicht nur das, sie fühlt sich der Frau, die in dem Haus gewohnt hat und der sie angeblich ähnlich sieht, seltsam nahe. Überall findet sie geheimnisvolle Notizen.
Die Toten scheinen hier nicht unerreichbar weit fort. Und wer ist der Mann mit den hellen Augen, der manchmal am Strand gesichtet wird und von dem es heißt, er würde immer dann erscheinen, wenn eine Sturmflut bevorsteht…?

Mein Eindruck:
Zunächst überwog bei mir die Skepsis: Unbekannte Autorin, kleiner Verlag, eher unscheinbares Cover.
Daher fiel es mir anfangs sehr schwer, das Buch nicht ausschließlich „wertend“ zu lesen, sondern mich zurückzulehnen und zu genießen.

Nachdem der Leser anfangs sehr viele Informationen über die Protagonistin und ihr Umfeld erhält, nehmen die charaktertypischen, belebten Szenen von Kapitel zu Kapitel zu …es ist, als würden die Charaktere nach und nach zum Leben erwachen bzw. von Schwarz-Weiß-Figuren zu dreidimensionalen Figuren in Farbe mutieren. 

Carly, die Protagonistin, wuchs mir sehr schnell ans Herz und das erste Dilemma ließ nicht lange auf sich warten - was mir geholfen hat, meinen Verstand endlich abzustellen und mich so richtig auf die Geschichte einzulassen.

Die Geschichte läuft in zwei Erzählsträngen bzw. –perspektiven, die in Vergangenheit und Gegenwart spielen. Dadurch wird diese nicht weniger verständlich, sondern vielmehr spannender und facettenreicher. 

Über den Schreibstil von Patricia Koelle wird am Ende des Buches gesagt:
"Die bildhafte Sprache fängt den Leser ein, lässt ihn in die Texte reisen und mit einem erfrischten Blick für den heimlichen Glanz im Alltag wieder auftauchen.“
Und genau das kann ich an dieser Stelle voll und ganz bestätigen. Auch wenn die Ausdrucksweise manchmal umständlich oder holprig ist bzw. manche Sätze mit Adjektiven überladen sind, ist die Sprache trotzdem bildhaft, mitreißend und positiv ansteckend. Ich konnte das Meer plötzlich selbst fühlen, schmecken, riechen, erleben…und spürte plötzlich eine große Sehnsucht nach Einsamkeit, Ursprünglichkeit und Ruhe. Die alltäglichen Handlungen, die das Leben in einem urigen Haus am Meer mit sich bringen, werden liebevoll zelebriert.

Wichtige Themen wie Einsamkeit, besondere Freundschaften, Solidarität, Liebe, Leben und Tod werden keineswegs plump oder oberflächlich behandelt, sondern fügen sich tiefgründig in die Geschichte ein.
Auch andere Themen, die der Autorin wichtig sind (z. B. die Astronomie, das Meer, die Kunst in allen möglichen Formen…) können absolut ernst genommen werden, da an den entsprechenden Stellen offensichtlich die nötige Recherche stattgefunden hat. Vieles ist hochinteressant!

Einige Passagen sind fast mystisch und voller Symbolik – regen zum Nachdenken an. Im Gegensatz dazu kommt auch der Humor in diesem Roman nicht zu kurz.

Man merkt schnell, dass die Protagonistin der Autorin im Laufe des Schreibprozesses selbst stark ans Herz gewachsen ist. Und dies sorgt für die nötige Authentizität. Auch die anderen Charaktere konnte ich meist bedenkenlos ernst nehmen.

Hier kleine Kritikpunkte meinerseits:

Die Herangehensweise der Autorin, die Handlung voranzutreiben, ist grenzwertig. "Zufälle" häufen sich so stark, dass die Glaubwürdigkeit fast darunter leidet. Nichtsdestotrotz wird in Summe die Balance gehalten. Ganz unschlüssige Szenen gibt es nicht. Im Grunde muss ich sagen: wünsche ich mir nicht, von solch „guten Fügungen“ in einem Buch zu lesen?

Des Weiteren ist mir aufgefallen, dass ein waschechter Antiheld fehlt. Der einzige „Feind“, den Carly sieht, ist der Tod. Ansonsten hat Carly einfach nur mit alltäglichen Konflikten zu kämpfen. Doch diese reichen aus, um den Leser zum Weiterlesen zu zwingen und die nötige Spannung zu erzeugen. Keine der Szenen ist irgendwie überflüssig oder lässt die Geschichte stocken.

Das Ende ist befriedigend und lässt trotzdem noch ein paar Fragen offen. Es ist auf alle Fälle noch ausreichend Potenzial für die Fortsetzungen vorhanden!

Mein Fazit:
Ich habe „Das Meer in deinem Namen“ mit großer Freude gelesen und kann abschließend sagen, dass es sich um einen echten Geheimtipp handelt. Das Buch kann bedenkenlos an das entsprechende Publikum weiterempfohlen werden.

Ich freue mich jedenfalls jetzt schon auf meinen nächsten Ausflug an die Ostsee!


Montag, 24. Juni 2013

Anfängerglück!

So, wer es noch nicht wusste: ich bin eine Leseratte! Und was tun Leseratten? Sie suchen sich andere Leseratten, um sich mit ihnen auszutauschen. Und am besten gewinnt man nebenbei noch Bücher!

Vor ein paar Monaten habe ich die Plattform Lovelybooks entdeckt - ein MUSS für jeden Büchernarr.
Die Seite lockt mit Leserunden, Leseschallenges (inkl. Preisen), Buchverlosungen und vielem mehr.

Bei meiner ERSTEN Lesechallenge hatte ich das Glück, eine Top-Ten-Platzierung zu erreichen - und dadurch ein tolles Buchpaket vom Fischer Verlag zu gewinnen!

Heute habe ich es erhalten...folgende Bücher waren drin:








...eine schöne, bunte Mischung, mit der ich sicher noch viel Freude haben werde!













Desweiteren habe ich, unabhängig davon, das ein Rezensionsexemplar von "Das Meer in deinem Namen" von Patricia Koelle gewonnen - unbekannte Autorin, unbekannter Verlag.

Es handelt sich um den ersten Teil einer Trilogie und ist bisher recht vielversprechend.

Für mich ist es eine schöne Herausforderung, bei einer Leserunde mitzumachen. Ich sehe es als Übung, durch die ich mich selbst immer besser verständlich machen kann ...und als Chance, ein wunderbares Buch zu entdecken, das abseits der Bestsellerlisten steht.  

Demnächst werdet ihr hier die Rezension dazu finden!

Montag, 3. Juni 2013

Rezension - "Fürchtet euch" (Wiley Cash)




 Über die Leseprobe bzw. eine Lese-/Diskussionsrunde bin ich auf „Fürchtet euch“ von Wiley Cash aufmerksam geworden.

Die Leseprobe, ein erster Eindruck zum Roman, hat mir auf der Stelle Gänsehaut und Wutgefühle zugleich beschert (1. Teil aus dem 1. Kapitel).

Eine kleiner Ort in den Bergen North Carolinas, eine geheimnisvolle, evangelikale Gemeinde mit einem unheimlichen, charismatischen Pastor, ein Mord…einzelne, packende Themen, die in Kombination noch viel explosiver wirken.

Das Cover des Buches passt hervorragend zu dieser subtilen Thematik (Aufeinanderprallen von Gut und Böse, Vertrauen und Gefahr,…)

Insbesondere die Beschreibung der Gemeinde von Pastor Chambliss hat mein Interesse an diesem Buch geweckt, da ich mich als überzeugte Christin für Gemeindeformen und auch für die Gefahr, die von manipulativen Leitern ausgeht, interessiere.

Eine Gemeinde, wie sie hier in der Leseprobe beschrieben wird, gehört meiner Meinung nach EINDEUTIG zu den schwarzen Schafen - und leider gibt es sie tatsächlich und sind keine Erfindung des Autors.
Gottes Wort wird vom Gemeindeleiter zu dubiosen Zwecken missbraucht. So Etwas "beschmutzt" die Christenheit im Allgemeinen, was sehr schade ist.
Daher war ich (unter anderem!) äußerst gespannt, wie Wiley Cash zu diesem Thema weiter Stellung nimmt, insbesondere ob er indirekt alle in einen Topf wirft.

Aber leider ist schon der erste Teil des Buches mit verwirrenden Zeitsprüngen übersäht. Grundsätzlich entstehen dadurch keine Verständnisprobleme, aber mir fiel es aufgrund dieser Tatsache schwer, richtig in die Geschichte einzutauchen.
Erst befinden wir uns zeitlich nach dem zentralen Ereignis (Mord), dann plötzlich davor, dann hier und da verstreut Rückblenden. Und diese Rückblenden haben im Nachhinein gesehen weder zur Haupthandlung beigetragen, noch dazu geführt, dass man das Handeln der einzelnen Charaktere besser versteht.

Jetzt möchte ich aber einen positiven Aspekt zum Schreibstil einschieben, bevor ich mit meiner negativen Kritik fortfahre:
Der unterschiedliche Umgang der Charaktere mit dem Thema „Tod“ wird hier sehr schön herausgearbeitet. Einzelne Szenen und Gedanken lassen einen beklemmt oder zutiefst traurig zurück. Das Thema kommt beim Lesen plötzlich greifbar nah.

Alles schön und gut…aber ich habe mich während des Lesens einfach gefragt: „Wann wird der berühmte Spannungsbogen endlich gespannt??“
Von einem guten Buch, sei es nun dem Genre Krimi/ Thriller oder Drama zuzuordnen, erwarte ich nun mal eine gewisse Spannung bzw. Geschwindigkeit. Aber das Buch nahm auch nach ¾ keine Fahrt auf - und auch auf mein Überraschungsmoment wartete ich vergebens. 
Informationen (zur Handlung an sich) fließen sehr einseitig oder spärlich ein und man hat kaum die Möglichkeit, selber mitzurätseln. Und ich wollte unter anderem rätseln; das war meine Erwartungshaltung an das Buch!

Die Geschichte war einerseits spärlich mit Informationen bestückt – andererseits voll Metaphern und Bildern. Ich wurde beim Lesen fast verrückt! Natürlich muss man nicht alles verstehen…aber letzten Endes wird der Leser hier mit vielen offenen Fragen zurückgelassen, obwohl die Haupthandlung an sich völlig banal ist.
Die Geschichte hätte an so vielen Stellen eine interessante Wendung nehmen können (ich hätte selbst grandiose Ideen gehabt) – Aber irgendwie ist NICHTS passiert!

Genau betrachtet macht kaum ein Charakter eine wirkliche Entwicklung durch:
Der Antiheld bleibt der unsympathische Antiheld ohne liebenswürdige Seiten, die Naive bleibt naiv und die Perfekte bleibt perfekt. Das Ende ist genau so, wie es schon im 3. Kapitel den Anschein macht. Was für eine Enttäuschung!

Auf den ersten Blick hatte das Buch für mich also folgende Prämisse: "Ein Unglück kommt selten allein" - oder eher: "Auch aus dem größten Unglück kann etwas Gutes entstehen!"
Aber als so banal schätze ich den Autor dann doch nicht ein...

Die für MICH wichtigste Botschaft des Buches war eindeutig:
Es gibt gute "gottlose" Menschen sowie schlechte "gottesfürchtige" Menschen. Letztendlich ist es nicht an uns zu urteilen, sondern an Gott! Und das sehe ich auch als Statement des Autors zum Thema Glaube. Er zeichnet in seinem Buch eine fehlgeleitete Gemeinde – erwähnt aber zum Schluss, dass es auch anders geht. Das hat mir sehr gefallen.

Fazit:
Für jemanden, der auf detaillierte Szenen- und Gefühlsbeschreibungen steht, bzw. am Ende gerne mit 1.000 Fragezeichen im Kopf zurückbleibt und eine komplett eigene Interpretation für das Buch basteln möchte, ist „Fürchtet euch“ auf alle Fälle etwas! Wer auf Überraschungsmomente steht und gerne mit festem Griff durch die Geschichte geführt wird, sollte besser die Finger davon lassen.
Aufgrund einiger wirklich einfühlsamer Passagen, die einen fast zu Tränen rühren, vergebe ich trotzdem noch 2 Sterne.



Sonntag, 2. Juni 2013

Buch - Rezensionen

Hallo, ich melde mich zurück aus dem Urlaub!
"La débutante" war mit der Schwiegerfamilie in ihrem Lieblingsland und kehrt mit neuer Energie zurück.

Eine kleine Info an dieser Stelle:

In Zukunft werdet ihr auf meinem Blog auch Buch-Rezensionen finden, da ich diese vermehrt für meine neue Lieblingsplattform rund um's Thema Bücher (www.lovelybooks.de) schreibe und somit auch gleich hier veröffentlichen kann. 

Im Urlaub habe ich mir übrigens vorgenommen, mehr französische Bücher zu lesen. Mal sehen, was aus diesem Vorsatz wird! Als Mitbringsel war diesmal im Koffer:


Dienstag, 26. Februar 2013

Ich lebe!

Nachdem ich mit Erschrecken festgestellt habe, dass ich hier bald 2 Monate nicht mehr aktiv war, möchte ich euch mal bezüglich meines Lebens "updaten"!

Momentan habe ich den Eindruck, mich in einer Winter-Lese-Starre zu befinden. Das Wetter lädt aber auch kaum zu anderen Beschäftigungen ein...

Vor einiger Zeit habe ich die Leseplattform Goodreads gefunden, auf welcher man gelesene Bücher festhalten und bewerten kann. Besonders gefällt mir die Idee des persönlichen Jahreswettbewerbs 2013, bei welchem man sich selbst ein Leseziel vorgibt - und eine prozentuale Angabe darüber erhält, wie erfolgreich man ist.
(Meinen derzeitigen Stand könnt ihr rechts auf dem Blog finden)

Wer also eine zusätzliche Motivation braucht, kann ja mal auf dieser netten Seite vorbeischauen! Würde mich freuen, neue Lesefreunde hinzufügen zu können!

Parallel führe ich meine eigene Excel-Tabelle, auf der ich alle Bücher notiere.

Die sieht so aus:


Sie hat viele interessante Eigenschaften, die Liste...und wie man sieht, bin ich irgendwie doch ein Freund von Statistiken. Ich muss aber dazu sagen, dass ich wohl eine ewige Excel-Anfängerin bleiben werde und manche Formeln musste mir mein lieber Gatte "einflüstern"...
Wenn also jemand Interesse an dieser Vorlage hat, kann er sich gerne bemerkbar machen!


Sonntag, 6. Januar 2013

Livres 2012 - Tops & Flops

Wie vor dem Jahreswechsel verprochen, möchte ich euch kurz mein größtes Highlight und meinen größten Fehlgriff des Jahres im Bereich "gelesene Bücher" mitteilen:

TOP:
Ganz eindeutig: "Die Bücherdiebin" von Markus Zusak
Das Buch ist zwar schon vor einer ganzen Weile erschienen, aber mein Mann hat es mir dann letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt.
Es ist: tiefgründig, zutiefst bewegend (das einzige Buch, bei dem ich zum Schluss einen Kloß im Hals hatte) und absolut gut recherchiert.
Ich musste zu Beginn zwar sehr in den Schreibstil reinfinden, bin aber unendlich froh, dass ich es NICHT weggelegt habe! Nur zu empfehlen.



FLOP:
Auch ganz eindeutig: "Shades of Grey" von E. L. James
Wieder eines dieser Bücher das ich nur gelesen habe, um den Hype zu verstehen...
Der Schreibstil: Banal, wiederholend, dilletantisch (für jemanden, der tatsächlich ein Buch veröffentlicht hat).
Die Charaktere: Blass, klischeehaft, unglaubwürdig.
Der Inhalt: Äußerst miserable und wenig anregende Beschreibung von Sexualpraktiken einer naiven jungen Frau und ihrem ach-so-coolen Lover.
Ich musste das Buch nach ca. 1/3 entnervt zur Seite legen. Absolute Zeitverschwendung...

Samstag, 8. Dezember 2012

Ein Abend im Büchercafé

Wenn man auf dem Land lebt, kann es mitunter sehr schwer werden, kulturelles Angebot in erreichbarer Nähe zu finden.

Wir haben zumindest EINE einmalige Location hier: ein paar Orte weiter befindet sich ein schnuckliges und gemütliches Café - aber nicht irgendein Café! Das erkennt man z.B. unter anderem daran, dass ein Platz zum frühstücken anscheinend schon 2 Wochen im Voraus reserviert werden sollte (auch unter der Woche!). Ziemlich ungewöhnlich für einen Ort mit knapp 4.000 Einwohnern.

Die Besonderheit: man schlürft dort seinen Kaffee, Chai Latte oder Glühwein umgeben von Büchern.
Man wird dazu animiert, nette Gespräche über Bücher zu führen und es besteht natürlich die Möglichkeit, Bücher zu kaufen. Nebenher kann sogar noch "Nippes" geshoppt werden.
Die Einrichtung ist modern und ansprechend, lädt zum Verweilen und Ausspannen ein.

Meine Nachbarin hat mich vor ein paar Wochen auf die dort stattfindende Buchvorstellung aufmerksam gemacht und ich war ganz aus dem Häuschen, da ich erstens noch nie dort war und zweitens allgemein heiß auf Bücher bin.

Es wurden gleich 10 Bücher vorgestellt.
Man könnte meinen, das wird mit der Zeit anstrengend...aber die Verantwortliche des Abends schaffte es mit ihrer mitreißenden Art, meine volle Aufmerksamkeit zu gewinnen (trotz Glühwein).
Es handelte sich um Bücher, die sie ganz persönlich über das Jahr hinweg bewegt haben - und ihre allgemeine Liebe zu Büchern konnte ich ihr ebenfalls voll und ganz abspüren.

Was mir besonders gut gefallen hat: die Liste entstand fernab von irgendwelchen Bestsellerlisten. Geheimtipps sozusagen! Schmöker mit viel Gehalt, Emotion und einer ergreifenden Botschaft.

Besonders angesprochen haben mich diese drei Bücher:




Das Wichtigste im Leben der jungen Victoria sind Blumen. Sie weiß alles über sie und kennt vor allem ihre Bedeutung. Aufgewachsen in Waisenhäusern und Pflegefamilien, rettet dieses Wissen sie immer wieder. Mit achtzehn findet Victoria Arbeit in einem Blumenladen und bindet mit viel Erfolg und Einfühlungsvermögen für jeden Kunden den richtigen Strauß: Myrte für Liebe, Jasmin für Nähe, Maiglöckchen für Rückkehr des Glücks. All das wünscht sich Victoria auch, als sie Grant kennenlernt. Erstaunt stellt sie fest, dass er ebenfalls die Sprache der Blumen versteht – und sie von demselben Menschen gelernt hat wie sie selbst …

Ist es verrückt, wenn einer glaubt, die Zeit lasse sich "zurückdrehen"? Es ist verrückt, denkt Peter Taler anfangs, als er das Vorhaben des alten Knupp begreift, der ihm gegenüber wohnt. Denn der möchte etwas denkbar Unmögliches möglich machen.
Wilbur, gerade einmal 1,50 Meter groß, ist wirklich kein Glückskind: Seine Mutter stirbt bei der Geburt, sein Vater macht sich aus dem Staub, und sein erstes Zuhause ist der Brutkasten. Als seine Großeltern ihn zu sich holen, erfährt er endlich, was Heimat ist. Doch das Glück währt nicht lang: Sein bester Freund kommt in die Erziehungsanstalt, und seine Großmutter Orla stirbt bei einem Unfall. Wilbur gerät aus der Bahn. Gern wäre er so stark wie Bruce Willis, doch er hält sich für einen ewigen Verlierer. Erst die charmante Aimee bringt ihm etwas anderes bei: Wilbur muss endlich lernen, zu leben.



Am liebsten hätte ich sie gleich alle drei mitgenommen...aber mein Bücherregal beherbergt noch sehr viele Schmöker, die gelesen werden möchten. Notieren werde ich sie mir auf alle Fälle!





Donnerstag, 22. November 2012

Ein Mütterforum...

...macht süchtig!

Und entgegen vieler Vorurteile geht es nicht nur um Themen wie:

- Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft
- Variationen in der Konsistenz und Farbe von Babystuhl
- "Wie koche ich Marmelade?"
- "Wie werde ich Bastelqueen des Monats?"
- "Schaffe ich einen Sieg beim Kinderphoto der Woche?"

Nein. Ein Mütterforum ist viel mehr. Natürlich gehen die oben genannten Themen auch im eigenen Mama-Alltag nicht spurlos an einem vorbei.
Aber mit der nötigen objektiven Selbstreflektion schafft man es immer wieder mal, aus diesem Gedankenkarussell auszubrechen und sich zu fragen: Was macht MICH als Person noch aus?

Wie schon erwähnt, lese ich gerne. Und wer hätte das gedacht: auch andere Mütter lesen gerne!
Somit habe ich vor einiger Zeit einen virtuellen Bücherclub auf der Mamaplattform meines Vertrauens gegründet.
Es war für mich zunächst ein Versuch...aber ich durfte feststellen, dass ich Gleichgesinnte habe, die auch Aufgaben übernehmen (- an dieser Stelle nochmal ein großes Dankschön an "Hibi", die die Lese- und Teilnehmerliste so fleißig fortführt! -)
Letztendlich bin nicht ich die Chefin - das Projekt lebt durch die Gruppe.

Was passiert in einem Bücherclub? Ganz einfach! Man nehme eine (flexible) Teilnehmerliste und veranschlage einen Monat Lesezeit pro Buch.
Am Anfang eines jeden Monats darf ein Teilnehmer (der Reihe nach) ein Buch seiner Wahl vorschlagen - während die anderen frei in ihrer Entscheidung sind, ob sie dieses mitlesen oder einen Monat pausieren wollen.
Der Reiz an der Sache besteht natürlich darin, dass man sich auch mal Bücher zu Gemüte führt, die man vielleicht sonst nicht gelesen hätte.
Ich kann nur sagen: man wird durchaus auch mal positiv überrascht!

Nach dem Lesemonat (bzw. wenn alle durch sind) beginnt die Diskussionsphase.

Um diese Phase etwas zu strukturieren und zu erleichtern, habe ich einen kleinen Fragebogen erstellt, anhand welchem man sich austauschen KANN (aber nicht MUSS). Der Fragebogen kann auch einfach als persönliche Richtschnur gesehen werden, z.B. für Notizen während des Lesens:



 
Obwohl wir das Ganze erst seit drei Monaten machen, haben wir bislang sehr verschiedene Erfahrungen gemacht...von wenigen "Mitlesern", über eine sehr magere Diskussionsrunde bis hin zu einem sehr anregenden Austausch mit recht vielen Teilnehmern.

Ich freue mich, dass das Projekt so in's Rollen gekommen ist und hoffe auf noch viele weitere interessante Bücher, die sich auf diesem Wege bei mir "einschleichen" oder womöglich DAS Highlight des Jahres werden.

A propos Highlight des Jahres:

Ende Dezember werde ich meine persönlichen Bücher-TOPS & FLOPS vorstellen!

Mittwoch, 7. November 2012

Die Literatur & ich

Ich interessiere mich nicht schon immer für Bücher.

Ehrlich gesagt war ich eine von diesen Kindern, die mit anderen in die Bibliothek gerannt sind, aus Gruppenzwang einen Stapel Bücher mitgenommen und dann ungelesen wieder zurückgebracht haben.
Mir waren 1.000 Dinge lieber als Lesen - z.B. musste ich meinem Bewegungsdrang nachgehen. Mich hätten keine zehn Pferde hinter ein Buch bekommen.

Im Deutschunterricht war ich Mittelklasse-Schülerin. (Ich bin übrigens in vielen Bereichen einfach nur Mittelklasse. Was nicht das Schlechteste ist!). Was mich massiv gestört hat: die Willkür der Lehrer...

Das erste Buch, welches ich als Kind vollkommen freiwillig und zügig durchgelesen habe, war

 "Märchenmond" von Wolfgang Hohlbein.
Sofort hat mich das Genre "Fantasy" gefesselt und ich war insbesondere überrascht darüber, wie schnell mich Worte in eine vollkommen andere Welt katapultieren können.
In eine viel schönere und buntere Welt, als sie unser Fernseher je hätte präsentieren können...










Als junge Erwachsene, mit etwa Anfang 20, fing ich wieder regelmäßig mit dem Lesen an.
Besonders beeindruckt hat mich in dieser Anfangszeit - anscheinend, da noch gut in Erinnerung - das Buch

"Für immer dein" von Kathleen Tessaro. Meines Wissens war dieses Buch nie ein Bestseller, aber ich konnte mich in meiner damaligen Lebenssituation irgendwie mit den verrückten bzw. desillusionierten Hauptfiguren in dieser deprimierenden Stimmung identifizieren - war für mich ein Hauptantrieb beim Lesen war.











Nachdem ich dann etliche Romane (in alle möglichen Richtungen) gelesen hatte, kam so langsam der Wunsch in mir auf, selbst zu schreiben.
Ich ertappe mich ab und zu dabei, wie ich Romane "analysierend" lese, mir also Gedanken um die Charaktere, den Plot, den Spannungsbogen mache...ein sehr spannendes Gebiet!

Aber drei Dinge sind unverzichtbar, wenn es um das Schreiben geht:

- Fleiß
- Durchhaltevermögen
- Zeit

Und Letzteres muss man sich ernsthaft nehmen und vor allem sein Umfeld darauf einstellen.
Daran scheitert es bei mir wohl momentan.
Zwei kleine Kinder, ein Haus (kurz nach dem Umzug) und die damit verbundenen Aufgaben, andere Interessen bzw. Prioritäten...so findet man kaum Ruhe. Ich bin schon froh, wenn ich mich wenigstens abends dazu aufraffen kann nur ein paar Seiten zu lesen, ohne dass mir dabei die Augen zufallen.
Für den einen oder anderen mögen solche Gründe wie eine Ausrede klingen - aber Tatsache ist, dass ich innerlich noch nicht bereit dazu bin.

Somit werde ich das mit der "ernsthaften" Schreibtätigkeit erst mal aufschieben, mich auf meine alltäglichen Schreibgebiete (Blog, Foren...) beschränken und weiterhin inspirierende Bücher lesen - soweit es mir möglich ist. Das kann man durchaus schon als Übungsfeld sehen!