Ich fühle mich ausgelaugt. Kennt ihr diese Tage, an denen ihr das Gefühl habt, dass nichts von dem gelingt, was ihr anpackt? An denen irgendwie die Perspektiven fehlen oder diese irgenwo im Nebel verschwunden sind?
Heute hätte ich wieder ins Altenheim sollen - konnte mich aber beim besten Willen nicht aufraffen. Ich fühle mich momentan ausgebrannt und unfähig, anderen Gutes zu tun.
Möglichkeit 1: Ich vertusche meine "Schwäche" und lösche vorhergehende Beiträge zum Thema Ehrenamt.
Möglichkeit 2: Ich nehme Stellung und stehe zu dem, was ich gefühlt und geschrieben habe.
Wie ihr seht, habe ich mich für die 2. Möglichkeit entschieden.
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Dienstag, 25. Juni 2013
Dienstag, 7. Mai 2013
Altenheim - Klappe, die 2.!
Eine Freundin brachte eben den einfachen, aber so wahren Satz:
"Irgendwann ist immer das erste Mal!" - Genau SO sieht's aus, DAS ist das Motto der Anfängerin!
Heute war ich nicht zum ersten, sondern schon zum ZWEITEN Mal im Altenheim. Vielleicht erinnert ihr euch an mein kleines Deasaster beim letzten Mal.
Für heute habe ich aber wider jeder Zweifel einen Termin vereinbart - und kurz vorher tatsächlich 1 Sekunde lang überlegt, ob ich es einfach bleiben lasse und doch nicht hinfahre. Ich habe es final durchgezogen.
(Bei Sonnenschein und 22°, wohlbemerkt!).
So bin ich also mit einer deutlich geringeren Motivation, 30 Minuten Verspätung ( - als ehrenamtliche Mitarbeiterin kann man sich das ja leisten...) und völlig außer Atem im kleinen Salon angekommen, wo ich heute meine Zeit verbringen durfte. Diesmal NICHT im (für mich) grusligen 1. Stock, sondern im 2. Stock. Das ließ doch hoffen.
Scannerblick nach dem Öffnen der Tür: drei Bewohnerinnen, eine hauptamtliche Mitarbeiterin, eine Präsenzkraft und eine Praktikantin (was ich nicht alles schon beim Eintreten wusste).
Eine der älteren Damen sagte sofort zu mir: "Setzen Sie sich doch auf das schöne rote Sofa! Wie eine Königin!". Sie spricht! Und WIE nett! Ich hatte mich ja wirklich auf das Schlimmste eingestellt.
Also setzte ich mich schnell und hörte der Hauptamtlichen beim Lesen einer Geschichte zu, die von der Apfelernte handelte.
Die Seniorinnen lehnten sich bedächtig und lauschend nach vorne, grinsten hier und da, als seien sie gerade selbst auf einem Herbstspaziergang zwischen Bäumen und Apfelduft. Wow...was für ein Einstieg in meine Runde.
Dieses Thema war wie der Startschuss für eine laaange Erzählung einer sehr putzigen und bedächtigen Bewohnerin, welche aus ihrer Kindheit, den 9 Geschwistern, den Weihnachtsfesten, dem Tag, an dem sie elektrisches Licht in's Haus bekam, der harten Arbeit und dem Einlagern von Obst etc. erzählte..sie war nicht mehr zu bremsen.
Und ich schaute sie nur an und dachte: "Genau DAS habe ich mir im Gegenzug für meine Zeit hier im Heim gewünscht. Geschichten, die das Leben schreibt."
Aber das Beste kam noch...es haute mich förmlich aus den Socken und bestätigte mir, dass meine noch so "einfache" Arbeit hier ankommt.
Nun war ich an der Reihe: "Möchten sie auch etwas vorlesen?" - das Erste, was mir in die Finger geriet, war ein Märchenbuch. Ich blätterte hastig nach einer geeigneten Geschichte - meine Wahl viel auf das Märchen von "Aschenputtel". Damit kann man doch nichts falsch machen!
Dass es die richtige Wahl war, merkte ich bald. Während des Lesens fing eine der Damen leise an zu schluchzen, sprach Passagen mit: "Ruckediguuu, ruckediguuu"...lächelte, weinte...sollte ich weiterlesen? Ein kurzer Blick zur Hauptamtlichen, die mich mit Kopfnicken ermunterte, weiterzumachen.
Dann wurde die gemütliche Runde irgendwann aufgelöst und ich verließ das Gebäude mit dem Gedanken:
"Wenn es niemanden gibt, der ihnen "die Welt" vorliest, die sie selbst nicht mehr betreten können...was passiert mit diesen Menschen?"
"Irgendwann ist immer das erste Mal!" - Genau SO sieht's aus, DAS ist das Motto der Anfängerin!
Heute war ich nicht zum ersten, sondern schon zum ZWEITEN Mal im Altenheim. Vielleicht erinnert ihr euch an mein kleines Deasaster beim letzten Mal.
Für heute habe ich aber wider jeder Zweifel einen Termin vereinbart - und kurz vorher tatsächlich 1 Sekunde lang überlegt, ob ich es einfach bleiben lasse und doch nicht hinfahre. Ich habe es final durchgezogen.
(Bei Sonnenschein und 22°, wohlbemerkt!).
So bin ich also mit einer deutlich geringeren Motivation, 30 Minuten Verspätung ( - als ehrenamtliche Mitarbeiterin kann man sich das ja leisten...) und völlig außer Atem im kleinen Salon angekommen, wo ich heute meine Zeit verbringen durfte. Diesmal NICHT im (für mich) grusligen 1. Stock, sondern im 2. Stock. Das ließ doch hoffen.
Scannerblick nach dem Öffnen der Tür: drei Bewohnerinnen, eine hauptamtliche Mitarbeiterin, eine Präsenzkraft und eine Praktikantin (was ich nicht alles schon beim Eintreten wusste).
Eine der älteren Damen sagte sofort zu mir: "Setzen Sie sich doch auf das schöne rote Sofa! Wie eine Königin!". Sie spricht! Und WIE nett! Ich hatte mich ja wirklich auf das Schlimmste eingestellt.
Also setzte ich mich schnell und hörte der Hauptamtlichen beim Lesen einer Geschichte zu, die von der Apfelernte handelte.
Die Seniorinnen lehnten sich bedächtig und lauschend nach vorne, grinsten hier und da, als seien sie gerade selbst auf einem Herbstspaziergang zwischen Bäumen und Apfelduft. Wow...was für ein Einstieg in meine Runde.
Dieses Thema war wie der Startschuss für eine laaange Erzählung einer sehr putzigen und bedächtigen Bewohnerin, welche aus ihrer Kindheit, den 9 Geschwistern, den Weihnachtsfesten, dem Tag, an dem sie elektrisches Licht in's Haus bekam, der harten Arbeit und dem Einlagern von Obst etc. erzählte..sie war nicht mehr zu bremsen.
Und ich schaute sie nur an und dachte: "Genau DAS habe ich mir im Gegenzug für meine Zeit hier im Heim gewünscht. Geschichten, die das Leben schreibt."
Aber das Beste kam noch...es haute mich förmlich aus den Socken und bestätigte mir, dass meine noch so "einfache" Arbeit hier ankommt.
Nun war ich an der Reihe: "Möchten sie auch etwas vorlesen?" - das Erste, was mir in die Finger geriet, war ein Märchenbuch. Ich blätterte hastig nach einer geeigneten Geschichte - meine Wahl viel auf das Märchen von "Aschenputtel". Damit kann man doch nichts falsch machen!
Dass es die richtige Wahl war, merkte ich bald. Während des Lesens fing eine der Damen leise an zu schluchzen, sprach Passagen mit: "Ruckediguuu, ruckediguuu"...lächelte, weinte...sollte ich weiterlesen? Ein kurzer Blick zur Hauptamtlichen, die mich mit Kopfnicken ermunterte, weiterzumachen.
Dann wurde die gemütliche Runde irgendwann aufgelöst und ich verließ das Gebäude mit dem Gedanken:
"Wenn es niemanden gibt, der ihnen "die Welt" vorliest, die sie selbst nicht mehr betreten können...was passiert mit diesen Menschen?"
Freitag, 3. Mai 2013
Innehalten - und weitermachen...
Meine liebe Freundin H.-C. B., Autorin des Blogs "Reisemeisterei" (sehr erfrischend), hat mich heute in einem Gespräch dazu ermutigt, mit dem Blog-Schreiben am Ball zu bleiben.
Schreiben, ohne ein konkretes Projekt zu haben, kostet Mut!
Manchmal muss man eben schreiben, um sich zu sammeln - auch das ist erlaubt.
Heute habe ich wieder über einen Wochenplan nachgedacht, der meine 1001 Hobbys unter einen Hut bringen soll, einen Abendprogramm-Plan sozusagen.
(Meine Tagesplan ist ja fix...Kinder & Haushalt & sonstige Verpflichtungen.)
Aber was soll ich sagen...es behagt mir nicht.
Ich bin einfach nicht die personifizierte Selbstdisziplin.
Mein Projekt "Putzplan" beispielsweise ist kläglich gescheitert. Dafür ist das Leben mit Kindern einfach zu unvorhersehbar und man vergisst wichtige Faktoren wie "Wetter", "voraussichtliche körperliche Verfassung" usw...
Genauso wenig kann ich mir vorstellen, dass ein Hobby-Plan Früchte trägt.
Um wirklich Zeit für Hobbys zu finden, sollte man meiner Meinung nach nur folgende Dinge beherzigen:
1. Unnötige Zeitfresser ausschalten (z.B. Internet, Handy...)
2. Täglich (nur) EINE Sache bewusst angehen (auch "Erholung" ist erlaubt...der Schwerpunkt liegt auf "bewusst"!)
3. Sich nicht mit anderen vergleichen!
Heute habe ich also bewusst einen Blog-Eintrag getippt - und bin fröhlich!
Schreiben, ohne ein konkretes Projekt zu haben, kostet Mut!
Manchmal muss man eben schreiben, um sich zu sammeln - auch das ist erlaubt.
Heute habe ich wieder über einen Wochenplan nachgedacht, der meine 1001 Hobbys unter einen Hut bringen soll, einen Abendprogramm-Plan sozusagen.
(Meine Tagesplan ist ja fix...Kinder & Haushalt & sonstige Verpflichtungen.)
Aber was soll ich sagen...es behagt mir nicht.
Ich bin einfach nicht die personifizierte Selbstdisziplin.
Mein Projekt "Putzplan" beispielsweise ist kläglich gescheitert. Dafür ist das Leben mit Kindern einfach zu unvorhersehbar und man vergisst wichtige Faktoren wie "Wetter", "voraussichtliche körperliche Verfassung" usw...
Genauso wenig kann ich mir vorstellen, dass ein Hobby-Plan Früchte trägt.
Um wirklich Zeit für Hobbys zu finden, sollte man meiner Meinung nach nur folgende Dinge beherzigen:
1. Unnötige Zeitfresser ausschalten (z.B. Internet, Handy...)
2. Täglich (nur) EINE Sache bewusst angehen (auch "Erholung" ist erlaubt...der Schwerpunkt liegt auf "bewusst"!)
3. Sich nicht mit anderen vergleichen!
Heute habe ich also bewusst einen Blog-Eintrag getippt - und bin fröhlich!
Donnerstag, 11. April 2013
Der dicke, fette Schweinehund
Servus!
Ich weiß, ich weiß..meine Dokumentationsarbeit hier lässt im Moment sehr zu wünschen übrig.
Was aber ernsthaft daran liegt, dass ich momentan so gut wie "projektlos" bin - vielleicht kehrt der Schwung mit dem anstehenden Frühling zurück.
Ein kleines Projekt hat sich jedoch in den letzten Wochen bei mir eingeschlichen und so war natürlich meine Überlegung, ob dieses einen Blog-Eintrag wert ist. Und ich bin zu dem Schluss gekommen: JA!
Es ist
1. Ein Experiment und
2. mein Erfahrungswert auf diesem Gebiet ist sehr gering.
Habt ihr zufällig vor einiger Zeit "Das Jenke Experiment" bei RTL gesehen, als es um das Thema "Altern" ging?
Normalerweise sitze ich abends gar nicht vor dem Fernseher, sondern verkrieche mich mit einem guten Buch oder dem Laptop in eine Ecke.
Und RTL kommt bei mir erst recht nicht in die Tüte (, nennen wir es mal "militanter Unterschichten-TV-Streik").
Aber zu meiner Überraschung war die Dokumentation wirklich ergreifend und hat mich ganz tief bewegt. Jenke ist ein sehr "echter" Moderator und man nimmt ihm ab, dass er sich für das interessiert, von dem er redet.
Mir ist wieder klar geworden, dass es WIRKLICH kein Spaß sein muss, alt zu sein und womöglich alleine in einem Heim leben zu müssen. JEDER sollte sich ausreichend mit diesem Thema beschäftigen - sei er nun 25 oder 45 Jahre alt.
Ich habe mich gefragt: "Was wünscht du dir von deiner Umwelt, wenn du mal alt, schwach und in den Augen der Gesellschaft zu nichts mehr zu gebrauchen bist?"
Ich wünsche mir: Respekt, Wertschätzung und geschenkte Zeit.
Das Ganze hat mich nicht mehr losgelassen und ich verspürte den Drang, mich mit anderen darüber auszutauschen.
Meine lieben Freundin Anna, die selber in der Altenpflege tätig ist, hat mich auf die Idee gebracht, mich mit meinen Interessen und Stärken ehrenamtlich einzubringen - und sei es nur ein paar Stunden im Monat.
Aber in dieser Hinsicht habe ich mich immer "assozial" gefühlt - um's mal so auszudrücken.
Es fällt mir unheimlich schwer, mich in andere Menschen hineinzuversetzen, ihre Wünsche und Bedürfnisse zu erkennen und im richtigen Zeitpunkt die richtigen Worte zu finden. Wenn mir Not begegnet, habe ich eher Berührungsängste und entwickle eine regelrechte Menschenscheu.
Daher kam ein sozialer Beruf für mich nie in Frage.
Aber gibt es wirklich die "sozialen" Menschen, die von Anfang an wissen, dass sie dafür gemacht sind und die, die sowas eben NICHT können? Oder stehen wir nicht alle in der Verantwortung?
Ich habe für mich entschieden, dass ich es probieren möchte. Ohne mich dabei zu übernehmen.
So habe ich willkürlich ein Seniorenheim angeschrieben und meine Hilfe angeboten...im Bereich Vorlesen, Singen. Maximal 1 x die Woche abends.
Es stellte sich heraus, dass ausgerechnet in diesem Heim eine Art Literaturclub in's Leben gerufen wurde, in dem ehrenamtliche Mitarbeiter vorlesen und Gespräche über das Gelesene anleiten können.
Hörte sich vielversprechend an.
Am 09.04. wurde es dann konkret! Mein erster Ausflug in's Altenheim...und ich war kurz davor natürlich etwas nervös (was sich durch einen blitzenden Kasten an der Straße geäußert hat), aber trotzdem motiviert.
Dort angekommen wurde ich von der Leiterin empfangen und herumgeführt.
Eigentlich sind wir nur bis zum 1. Stock gekommen.
Die Leiterin öffnete die Türe zum Stock mit den Worten: "Wir haben zwar keine offizielle Demenz-Abteilung, aber HIER sind diejenigen, die gerne mal ausbüchsen..." (Soso...)
Nachdem ich meine Sachen im Mitarbeiterraum abgelegt hatte, wurde ich der zuständigen Pflegerin für das "Nachmittagsprogramm" vorgestellt. Die war aber so eingespannt, dass sie gerade die Zeit hatte, mich an einen Tisch voller Rentner zu setzen, die mich erst mal keines Blickes würdigten...da hab ich ganz schön geschwitzt.
"Wollen sich nicht mit Herrn XY Mensch-Ärgere-Dich-Nicht spielen??" - Alles klar! So habe ich drei Runden gegen ihn gespielt. Mit SEINEN Regeln. Er hat natürlich drei Mal gewonnen - und war happy.
Tja, danach saß ich mehr oder weniger sprachlos in der Runde mit den Bewohnern bzw. der Pflegerin und war total überfordert. Wer von diesen Herrschaften versteht eigentlich noch, was ich sage? WIE kann ich mit ihnen kommunizieren? Was brauchen sie im Moment von einer Fremden?
Alles in einem war ich sehr ernüchtert. Aber was hatte ich erwartet? Dass ich mit Jubelschreien empfangen werde, weil alle nur auf mich gewartet haben? Nein...diese Menschen vergessen im schlimmsten Fall noch am selben Tag, dass ich überhaupt da war.
Nun ja, ich will nicht nach dem ersten Besuch aufgeben und versuche, das nächste Mal etwas entspannter und mit weniger Vorgaben an mich selbst hinzugehen. Aber wem die Pflegerin da genau Bücher vorlesen möchte, ist mir ein Rätsel...vielleicht komme ich ja noch dahinter...und außerdem geht es jetzt mal NICHT um mich.
Ich weiß, ich weiß..meine Dokumentationsarbeit hier lässt im Moment sehr zu wünschen übrig.
Was aber ernsthaft daran liegt, dass ich momentan so gut wie "projektlos" bin - vielleicht kehrt der Schwung mit dem anstehenden Frühling zurück.
Ein kleines Projekt hat sich jedoch in den letzten Wochen bei mir eingeschlichen und so war natürlich meine Überlegung, ob dieses einen Blog-Eintrag wert ist. Und ich bin zu dem Schluss gekommen: JA!
Es ist
1. Ein Experiment und
2. mein Erfahrungswert auf diesem Gebiet ist sehr gering.
Habt ihr zufällig vor einiger Zeit "Das Jenke Experiment" bei RTL gesehen, als es um das Thema "Altern" ging?
Normalerweise sitze ich abends gar nicht vor dem Fernseher, sondern verkrieche mich mit einem guten Buch oder dem Laptop in eine Ecke.
Und RTL kommt bei mir erst recht nicht in die Tüte (, nennen wir es mal "militanter Unterschichten-TV-Streik").
Aber zu meiner Überraschung war die Dokumentation wirklich ergreifend und hat mich ganz tief bewegt. Jenke ist ein sehr "echter" Moderator und man nimmt ihm ab, dass er sich für das interessiert, von dem er redet.
Mir ist wieder klar geworden, dass es WIRKLICH kein Spaß sein muss, alt zu sein und womöglich alleine in einem Heim leben zu müssen. JEDER sollte sich ausreichend mit diesem Thema beschäftigen - sei er nun 25 oder 45 Jahre alt.
Ich habe mich gefragt: "Was wünscht du dir von deiner Umwelt, wenn du mal alt, schwach und in den Augen der Gesellschaft zu nichts mehr zu gebrauchen bist?"
Ich wünsche mir: Respekt, Wertschätzung und geschenkte Zeit.
Das Ganze hat mich nicht mehr losgelassen und ich verspürte den Drang, mich mit anderen darüber auszutauschen.
Meine lieben Freundin Anna, die selber in der Altenpflege tätig ist, hat mich auf die Idee gebracht, mich mit meinen Interessen und Stärken ehrenamtlich einzubringen - und sei es nur ein paar Stunden im Monat.
Aber in dieser Hinsicht habe ich mich immer "assozial" gefühlt - um's mal so auszudrücken.
Es fällt mir unheimlich schwer, mich in andere Menschen hineinzuversetzen, ihre Wünsche und Bedürfnisse zu erkennen und im richtigen Zeitpunkt die richtigen Worte zu finden. Wenn mir Not begegnet, habe ich eher Berührungsängste und entwickle eine regelrechte Menschenscheu.
Daher kam ein sozialer Beruf für mich nie in Frage.
Aber gibt es wirklich die "sozialen" Menschen, die von Anfang an wissen, dass sie dafür gemacht sind und die, die sowas eben NICHT können? Oder stehen wir nicht alle in der Verantwortung?
Ich habe für mich entschieden, dass ich es probieren möchte. Ohne mich dabei zu übernehmen.
So habe ich willkürlich ein Seniorenheim angeschrieben und meine Hilfe angeboten...im Bereich Vorlesen, Singen. Maximal 1 x die Woche abends.
Es stellte sich heraus, dass ausgerechnet in diesem Heim eine Art Literaturclub in's Leben gerufen wurde, in dem ehrenamtliche Mitarbeiter vorlesen und Gespräche über das Gelesene anleiten können.
Hörte sich vielversprechend an.
Am 09.04. wurde es dann konkret! Mein erster Ausflug in's Altenheim...und ich war kurz davor natürlich etwas nervös (was sich durch einen blitzenden Kasten an der Straße geäußert hat), aber trotzdem motiviert.
Dort angekommen wurde ich von der Leiterin empfangen und herumgeführt.
Eigentlich sind wir nur bis zum 1. Stock gekommen.
Die Leiterin öffnete die Türe zum Stock mit den Worten: "Wir haben zwar keine offizielle Demenz-Abteilung, aber HIER sind diejenigen, die gerne mal ausbüchsen..." (Soso...)
Nachdem ich meine Sachen im Mitarbeiterraum abgelegt hatte, wurde ich der zuständigen Pflegerin für das "Nachmittagsprogramm" vorgestellt. Die war aber so eingespannt, dass sie gerade die Zeit hatte, mich an einen Tisch voller Rentner zu setzen, die mich erst mal keines Blickes würdigten...da hab ich ganz schön geschwitzt.
"Wollen sich nicht mit Herrn XY Mensch-Ärgere-Dich-Nicht spielen??" - Alles klar! So habe ich drei Runden gegen ihn gespielt. Mit SEINEN Regeln. Er hat natürlich drei Mal gewonnen - und war happy.
Tja, danach saß ich mehr oder weniger sprachlos in der Runde mit den Bewohnern bzw. der Pflegerin und war total überfordert. Wer von diesen Herrschaften versteht eigentlich noch, was ich sage? WIE kann ich mit ihnen kommunizieren? Was brauchen sie im Moment von einer Fremden?
Alles in einem war ich sehr ernüchtert. Aber was hatte ich erwartet? Dass ich mit Jubelschreien empfangen werde, weil alle nur auf mich gewartet haben? Nein...diese Menschen vergessen im schlimmsten Fall noch am selben Tag, dass ich überhaupt da war.
Nun ja, ich will nicht nach dem ersten Besuch aufgeben und versuche, das nächste Mal etwas entspannter und mit weniger Vorgaben an mich selbst hinzugehen. Aber wem die Pflegerin da genau Bücher vorlesen möchte, ist mir ein Rätsel...vielleicht komme ich ja noch dahinter...und außerdem geht es jetzt mal NICHT um mich.
Sonntag, 2. Dezember 2012
Neuanfänge
Manchmal habe ich komische Ideen - vor allem zu scheinbar unpassenden Momenten.
Heute beginnt die Adventszeit...und was mache ich? Entkerne eine Avocado, bin fasziniert über das Innenleben und überlege mir, wie ich diesen Kern zum Keimen bringen könnte.
Auch wenn ein Avocadokern und die Adventszeit auf den ersten Blick nur den Anfangsbuchstaben gemeinsam haben, kann man durchaus Parallelen ziehen.
Beim Aufziehen einer Avocadopflanze können schon mal 4 - 6 Wochen in's Land gehen, bis überhaupt ein bisschen Grün aus dem Kern sprießt. Danach heißt es: Hegen, Pflegen, vorfreudiges Warten.
Und wie war das gleich mit dem Advent? Abgeleitet aus dem lat. Begriff "adventus" = "die Ankunft"...
Im Urprung warteten die Juden auf ihren langersehnten Retter/ Messias.
Ein Warten auf Gottes geplanten Neuanfang mit uns Menschen in Form der Geburt Jesu.
Neuanfänge...geht es also nicht in beiden Fällen darum?
Heute beginnt die Adventszeit...und was mache ich? Entkerne eine Avocado, bin fasziniert über das Innenleben und überlege mir, wie ich diesen Kern zum Keimen bringen könnte.
Auch wenn ein Avocadokern und die Adventszeit auf den ersten Blick nur den Anfangsbuchstaben gemeinsam haben, kann man durchaus Parallelen ziehen.
Beim Aufziehen einer Avocadopflanze können schon mal 4 - 6 Wochen in's Land gehen, bis überhaupt ein bisschen Grün aus dem Kern sprießt. Danach heißt es: Hegen, Pflegen, vorfreudiges Warten.
Und wie war das gleich mit dem Advent? Abgeleitet aus dem lat. Begriff "adventus" = "die Ankunft"...
Im Urprung warteten die Juden auf ihren langersehnten Retter/ Messias.
Ein Warten auf Gottes geplanten Neuanfang mit uns Menschen in Form der Geburt Jesu.
Neuanfänge...geht es also nicht in beiden Fällen darum?
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